jhf

Philosoph, Ingenieur, Techniker

Fun in the sun

»We may philosophize well or ill, but we must philosophize« (Sellars 1971).

»Wir philosophieren, weil die Fragen, die uns Leben stellt, keine andere Wahl lassen« (Franz 2009).

Philosophie

Es ist die Aufgabe der Philosophie durch kritisches Hinterfragen auf bislang unreflektierte Bedingungen und Voraussetzungen hinzuweisen um damit Aufklärung zu leisten. Philosophie ist Aufklärung (aus Franz/Rotermundt 2009).

Aus der Prämisse, dass die Philosophie nicht am Nutzen orientiert ist, kann nicht der Schluss deduziert werden, dass sie nichts nützt! Philosophie ist Selbstkritik und Selbstaufklärung. Gibt es einen höheren Nutzen für den Menschen als Selbstkritik und Selbstaufklärung? (aus Franz/Rotermundt 2009)

Philosophie ist das Band, dass die Wissenschaften miteinander verbindet und eint (aus Grußwort Jürgen H. Franz zur APHIN Tagung 2018).

Die Philosophie ist als geübte Kritikerin eine ideale Partnerin jeglicher Forschung und Entwicklung. In der Philosophie lernen und üben wir, mehr als in jedem anderen Fach, sachbezogen zu kritisieren und unsere Kritik plausibel, objektiv und damit nachvollziehbar zu begründen. Kritik in diesem Sinne ist eine Qualifikation, die auch zur Persönlichkeitsbildung beiträgt, wobei die edelste Form der Kritik die Selbstkritik ist. Wir brauchen zur nachhaltigen Gestaltung unserer Zukunft keine Meckerer und Nörgler, aber kritik- und selbstkritikfähige Persönlichkeiten (aus Vortrag Franz 2019).


Philosophie und Technik

Philosophie ohne Technik ist arm, Technik ohne Philosophie ist blind. (frei nach Immanuel Kant; aus Franz/Rotermundt 2009)

Technik ist omnipräsent. Und auch vor der Sprache macht Technik nicht halt. So ist unsere Altagssprache durch eine Vielzahl technischer Metapher geprägt, die wir also solche gar nicht mehr als technisch wahrnehmen. Mein Chef und ich - Eine technische Kurzgeschichte zeigt, in humorvoller Weise, die Infizierung unserer Sprache durch technische Metapher in einem kleinen fiktiven Dialog


Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit erfordert ein solides Fundament und dieses trägt den Namen Bildung - eine Bildung die sowohl eine Fachbildung, eine Allgemeinbildung und eine philosophische und ethische Grundbildung einschließt (aus Franz: Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Scheinheiligkeit, 2013 u.a.).

Die Gestaltung der Zukunft erfordert nachhaltiges Handeln und nachhaltiges Handeln erfordert philosophisches Denken. (aus Vortrag Franz APHIN-Tagung III 2018)

Nachhaltigkeit und Menschlichkeit sind nicht zu trennen. (aus Franz: Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Scheinheiligkeit, 2013 u.a.)

Nachhaltigkeit und Philosophie - Das Paar der Zukunft (Titel Vortrag Franz, Hannover 2019)

Peter, Jamal und Kamala: ein Jugendlicher, zwei Kinder, drei Geschichten. Obgleich sie einander nicht kennen, sind ihre Geschichten doch eng verknüpft. Lernen sie ihre Geschichten kennen in der Einleitung zu Franz: Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Scheinheiligkeit, 2013.


Nikolaus von Kues

In Zusammenarbeit mit der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte wurde das Wagnis eingegangen, eine cusanische Philosophie der Technik zu begründen und damit Nikolaus von Kues (1401 - 1464) posthum zu einem Technikphilosophen zu küren. Das Ergebnis war überraschend. Denn seine Philosophie der Technik ist erstaunlich modern. Und nicht nur das: Auch eine ebenso moderne Technikethik und eine verblüffend aktuelle Reflexion nachhaltiger Entwicklung können aus seinem Gesamtwerk gewonnen werden. Sogar ein Ethikkodex für Ingenieure und Techniker und ein Ethikkodex der Nachhaltigkeit offenbart sein Werk. Und seine Belehrte Unwissenheit - die docta ingnoratia - zeigt, wie eine Humanisierung der Technik möglich ist. Mit Nikolaus von Kues treten wir historisch einen Schritt zurück und erweitern dadurch unseren Blickwinkel auf die Fragen und Probleme der Gegenwart in den Bereichen Technik und Nachhaltigkeit. Dabei werden Antworten und Lösungen sichtbar, die zuvor verdeckt waren oder in Vergessenheit geraten sind. All dies schlummert im Werk des Nikolaus von Kues (aus Franz: Nikolaus von Kues - Philosophie der Technik und Nachhaltigkeit, 2017 u.a.).


Geist und Handlung

Handeln gehört zum Dasein des Menschen. Doch was ist eine Handlung? Worin unterscheidet sie sich vom bloßen Verhalten und von Reflexen? Wie kann man eine Handlung angemessen und plausibel erklären? Stellen Sie sich vor, Sie beobachten, wie eine Person - nennen wir sie Peter - ihren rechten Arm hebt. Sie fragen sich: ,,Warum hebt Peter seinen Arm”? Sie suchen nach einer plausiblen und nachvollziehbaren Antwort und somit nach einer adäquaten Erklärung seiner Handlung. Vielleicht ist Ihnen der Vorgang völlig klar: Der rechte Arm von Peter hat sich gehoben, weil sich irgendetwas in seinem Kopf ereignete, das über seine Nerven an seine Armmuskeln geleitet wurde, die sich sodann anspannten und sein Armheben bewirkten. Denn sein Armheben ist ein rein physikalisches Ereignis und als solches von anderen physikalischen Ereignissen in unserer kausal geschlossenen Welt nicht zu unterscheiden, zumindest nicht auf den ersten Blick. Vielleicht erklären Sie sein Armheben aber auch wie folgt: Peter hob seinen rechten Arm, weil er einen Grund dafür hatte, z.B. um jemanden zu grüßen, sich in einer Ratssitzung oder einem Seminar zu Wort zu melden, in einem Lokal einen Kellner oder auf der Straße einTaxi herbeizuwinken oder um einem Fährmann am anderen Flussufer seinen Wunsch des Übersetzens zu signalisieren. Vielleicht ist sein Armheben aber auch nur Teil seiner Morgengymnastik. (aus dem Vorwort zu Franz: Geist und Handlung, 2010)


Naturhermeneutik

Der technische und naturwissenschaftliche Fortschritt hat dazu geführt, dass wir heute die Natur immer noch überwiegend als Objekt betrachten und versuchen sie mittels Naturgesetzen, die Ursachen mit Wirkungen verknüpfen, zu erklären. Wir betrachten die Natur also sozusagen durch eine kausale Brille. Wie wäre es aber, wenn wir einmal die Brille wechseln? Wir könnten beispielsweise statt der kausalen Brille, einmal die hermeneutische nehmen. Oder mehr wissenschaftlich ausgedrückt: wenn wir von den erklärenden Naturwissenschaften zu den verstehenden Humanwissenschaften wechseln. Was sehen wird dann? Wir sehen durch die hermeneutische Brille nicht mehr die Natur als Objekt, das es zu erklären gilt, sondern als Partner, den es zu verstehen gilt. Mit dieser Brille gelangen wir zu einem anderen Verständnis von Natur. Es ist ein Verständnis von Natur, das nicht in Verdinglichung, Objektivierung und Instrumentalisierung besteht, sondern in einem partnerschaftlichen Miteinander. Die Natur ist nicht das Waren- und Baustofflager des Menschen; nicht bloß Objekt, das beliebig und grenzenlos manipuliert und ausgebeutet werden kann und darf. Die Natur ist Partner des Menschen. Beide sind aufeinander angewiesen. Die Natur hat das Recht auf einen partnerschaftlichen Umgang. Und sie hat das Recht, verstanden zu werden. Immanuel Kants praktische Überzeugung, dass ein Mensch niemals bloß als Mittel gebraucht werden soll, gilt uneingeschränkt auch für die Natur (Kant 1785, MdS S. 429). Die Natur ist ebenso wenig nur ein Instrument, wie der Mensch. Es gibt aber auch noch weitere Brillen, beispielsweise die lyrische. Durch diese Brille sehen wir die Natur erneut aus einer anderen Perspektive, die uns eine völlig andere Erfahrung der Natur ermöglicht als die kausale Brille. So erkennen wir beispielsweise durch die kausale Brille der Naturwissenschaft das Wasser eines Baches oder Flusses lediglich als H2O, das abhängig von der Temperatur einen festen, flüssigen oder gasförmigen Aggregatszustand annehmen kann. Wie arm ist doch dieser Wortschatz gegenüber dem Reichtum an Wörtern der Lyrik. Man denke nur an Goethes Gedicht Gesang der Geister über den Wassern oder Theodor Fontanes Gedicht Der Bach und der Mond. Wer möchte, kann sich das Wasser auch durch eine musikalische Brille betrachten. So nehmen Sie beispielsweise in Smetanas Moldau war, wie die Moldau ihr Plätschern, Fließen und Strömen von ihren Quellen bis zu ihrer Mündung verändert. Wer dieser symphonischen Dichtung lauscht, denkt sicherlich nicht an H20, sondern erfährt die Moldau als etwas Lebendiges, das zu schützen und zu bewahren ist. Ähnlich auch Beethovens Pastorale, in der Sie im zweiten Satz, der mit Szenen am Bach überschrieben ist, das Murmeln eines Baches hören (aus Vortrag Hannover 2019 und näher ausgeführt im Kapitel Naturhermeneutik in Franz: Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Scheinheiligkeit, 2013).

Philosophie des Weins

Wein philosophisch zu bedenken, beinhaltet zunächst den Versuch den Begriff Wein zu entfalten und zu explizieren. Es geht also um die Fragen: Was ist Wein? Und: Was ist das Wesen von Wein? Von philosophischer Relevanz ist aber vor allem die Frage: Was sind die Funktion und die Bedeutung von Wein für den einzelnen Menschen und für die menschliche Gemeinschaft? Eine Frage, die sich unmittelbar daran anschließt ist: Haben wir Wein nötig? Ob eine rationale kritische Reflexion über Wein möglich ist, ist eine ebenso offene wie spannende Frage, die eng mit der Frage korrespondiert: Was ist an Wein vernünftig? (aus Weinphilosophie).


Ein Gedicht zur Nachhaltigkeit - ein Auszug

Innehalten
Wir müssen innehalten
und uns vorhalten,
dass wir zu wenig nachhalten.
Wollen wir unser Leben erhalten,
dann müssen wir uns ranhalten
und endlich maßhalten.
Wir dürfen unseren Lebensstil nicht weiter beibehalten,
sondern müssen uns im Konsum kurzhalten,
im Energiebedarf zurückhalten
und von nicht regenerativen Ressourcen fernhalten.
In unserer Luft ist zu viel Schmutz enthalten,
das kann unsere Umwelt nicht aushalten.
Immer nur mithalten,
unverändert schritthalten,
bedenkenlos spurhalten,
kritiklos buchhalten,
so dürfen wir uns nicht weiter verhalten.
Lasst uns anhalten
und uns darüber unterhalten,
wie wir naturgerecht haushalten.
Lasst uns Schulungen abhalten,
neue Regeln einhalten
und uns in diesem neuen Denken wachhalten.

Fortsetzung in Franz: Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Scheinheiligkeit, 2013.


Weitere Interessengebiete

Religionsphilosophie, Philosophie der Kunst, Politische Philosophie.